Verkauf von Hardware im Internet

Hacker finden Datenspuren in Second-Hand-Geräten

Datensicherheit – ein eher lästiger Begriff, der landläufig immer nur mit Datensicherung und Backup verbunden wird.

Datensicherheit bedeutet aber nicht nur Schutz der Daten gegen Verlust, sondern auch Schutz gegen unbefugte Einsicht.

Während im privaten Umfeld Leute, die “nichts zu verbergen haben”, spätestens bei ungewollter Veröffentlichung peinlicher Urlaubsfotos oder Arztberichten sehr nachdenklich werden, sind im geschäftlichen Umfeld die Folgen oftmals viel schwerwiegender. Regelmäßig sind bei Datenskandalen Behörden involviert, deren alte Computer mit Festplatte ohne Datenlöschung auf eBay gebraucht verkauft werden und vertrauliche Daten enthalten.

Die Pflichten eines Unternehmers

sind im geschäftlichen Umfeld durch die Datenschutzbestimmungen eng gefasst. Das BDSG und die europäische DSGVO regeln die Sorgfaltspflichten bzgl. sensibler Daten. Daraus folgt auch, dass Datenträger sicher gelöscht werden müssen, vergleichbar dem Shreddern oder Verbrennen von Papierunterlagen.

Die Technische Umsetzung

Eine sichere Datenlöschung setzt voraus, dass die Daten nicht mehr rekonstruiert werden können. Dies bedeutet bei mechanischer Zerstörung, dass sich die Einzelteile nicht wie bei einem Puzzle wieder zusammensetzen lassen können.

Für Festplatten hat sich bei erhöhten Anforderungen das sog. “Degaussen” bewährt. Hier werden die Festplatten mittels Spezialgeräten einem elektromagnetischem Feld ausgesetzt, welches zuverlässig alle Informationen löscht. Zertifizierte Spezialunternehmen bieten Shreddern mit speziellen Geräten vor Ort an, wonach ein Vernichtungsprotokoll erstellt wird.

Alternativ hierzu ist die häufigste Methode zum Löschen von Festplatten, diese mehrfach zu überschreiben. Ein simples Formatieren ist hier entgegen verbreiteter Meinung nicht ausreichend, da lediglich einige Organisationsinformationen neu geschrieben werden. Diese Daten können mit wenig Aufwand wieder sichtbar gemacht werden.

Mittels spezieller Software (Das BSI empfiehlt u.a. die Open-Source-Software DBAN) lassen sich Datenträger sicher löschen. Wichtig ist hier, dass jeder Sektor mindestens einmal komplett ummagnetisiert wird. In der Praxis existiert die Empfehlung von 7 Durchläufen, um sicherzugehen, dass sogar professionelle Datenrettungslabore keine Daten rekonstruieren können.

Sonderfälle

Je nach System sind Datenträger versteckt vorhanden. Während man bei einem Laptop oder einer Digitalkamera die SSD oder SD-Karte ausbauen kann, sind die beliebten Saugroboter oder sonstige “Smarten” Hausgeräte wie auch Netzwerkgeräte eine völlig neue Herausforderung.

Auf deren fest verbautem Speicher befinden sich oft sensible Daten, wie Fotos und Grundrisse vom Haus oder WLAN-Passwörter. Hier sind spezielle Massnahmen zu ergreifen, um diese Daten zu löschen, wie eingebaute Löschroutinen.

Vorsicht beim Verkauf im Internet

Mittlerweile verbreiten sich die ersten Hinweise, das professionelle Banden gezielt bestimmte Geräte kaufen, um bei dieses NETZWERKSCHLÜSSEL oder Passwörter auszulesen, um die smarte Haustechnik zu überlisten.

Im Schadensfall kann zusätzlich ein böses Erwachen folgen, wenn die Versicherung wegen Fahrlässigkeit beim Verkauf von smarter Technik die Regulierung verweigert. Hier kann es ausreichen, wenn der Käufer mit Spezialsoftware die Festplatte des Notebooks ausliest und die PIN vom smarten Türschloss sieht.

Fazit

Sichere Datenlöschung ist nicht nur für Firmen wichtig. Eine professionelle Datenlöschung mit Löschprotokoll schafft Sicherheit, eine ordnungsgemäße Vernichtung nachweisen zu können.

Private Personen müssen definitiv immer stärker auf die Vernichtung Ihrer Datenspuren achten.

Weitere Quellen

https://www.spiegel.de/netzwelt/games/smart-home-diese-datenspuren-finden-hacker-in-second-hand-geraeten-a-1283081.html

Photo by Kowon vn on Unsplash

 

 

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