Folgekosten bei der Netzwerkplanung

Diesem bekannten und ungeliebten Begriff begegnet man meist, wenn zusätzliche ungeplante Ausgaben unangenehme Einschnitte im (ohnehin knappen) Budget hinterlassen haben. Im Bereich des Facility Managements laufen jedoch oft aufgrund verschenkter Potentiale unnötige Kosten auf. Diese könnten im Vorfeld durch weitsichtige Planung deutlich reduziert werden. Hierzu gehört auch die Auswahl von etwas teureren Komponenten mit höherer Effizienz und Reserven im Betrieb.

Wer billig kauft, kauft zweimal

Oft werden bei Ausstattung eines Technikraumes nur die initialen Kosten incl. Windows-Lizenzen projektiert, aber die Folgekosten wie Wartung und zu erwartende Reparaturen vernachlässigt.

An erster Stelle stehen hier gesetzlich vorgeschriebene Wartungen und Prüfungen. Auf Grundlage der Betriebssicherheitsverordung und Unfallverhütungsvorschriften (DGUV Vorschrift 3) ist die stationäre Elektroanlage in regelmäßigen Abständen zu prüfen. In vielen Fällen sind Fristen von 4 Jahren üblich. Die Klimaanlage ist, mit Ausnahme von Kleinsystemen, ebenfalls aufgrund von EU-VO 842/2006 oder EU-VO 517/2014 zu prüfen. Hierbei gelten jährliche, teilweise sogar kürzere Prüffristen.

Gegebenenfalls lassen sich durch den Einsatz mehrerer kleinerer Anlagen entsprechende Arbeiten auf längere Intervalle verteilen und gleichzeitig Redundanzen für einen zuverlässigen Betrieb schaffen.

Komponenten wie Stromverteiler oder Klimaanlagen sollten daher mit ca. 40% Leistungsreserve angeschafft werden. Komponenten, die “eventuell später” angeschafft werden könnten, sollten zumindest mit Platzhaltern (Montageplatz, Stromkreise, Verkabelung) bedacht werden. Hierdurch werden spätere, teure Nachrüstungen aufgrund Platzmangel vermieden. Durch Einsatz von digitalen Stromzählern lassen sich langfristig Energiekosten optimieren.

Wartungsfreundlichkeit

Schlecht zugängliche Komponenten, ob Teile der eingebauten Computertechnik für das Netzwerk oder der Klimaanlage, sind Kostentreiber. Techniker sollten gefahrlos und zügig arbeiten können. Hierzu gehört Ellenbogenfreiheit vor Stromverteiler oder Kältemaschine, aber auch ein geordneter Einbau der Computertechnik mit strukturierter und dokumentierter Kabelführung.

Ein Einbau in 19″-Schränke wie Netzwerkschränke zur Wandmontage und großzügige Verwendung von Kabelrangierpanels erleichtert die Ordnungshaltung wesentlich. Eine Beschriftung aller Kabel mit kleinen Kabelfähnchen (ab 2 Meter beidseitig) mit Zugehörigkeit und Gegenstelle erleichtert in Stresssituationen schnelle Zuordnung und Umkabelung.

Gleiches gilt für die Stromversorgung. Eine klare Zuordnung von Steckdosenleisten zu Stromkreisen oder USV-Systemen erleichtert die Fehlersuche bei Ausfällen und spart hier wertvolle Arbeitszeit der (sonst zwangspausierenden) Mitarbeiter. Bei Verwendung von Computertechnik mit 2 Netzteilen hat es sich bewährt, eine linke und rechte Seite im Schrank zu haben. Auf diese Weise lässt sich ein optimaler (Kühl)Luftweg erzielen, da die Kabel “gescheitelt” im Schrank verlaufen. 

Fazit:
Die Planung vom Netzwerk und der PC Systeme sollte gemeinsam mit einer Elektrofirma stattfinden, da initial zu klein oder beengt geplante Systeme massive Folgekosten verursachen.

 

 

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